Aus dem Pfarrblatt – im November 2015
 Hoffnung auf Auferstehung
Am 1. November feiern wir Allerheiligen. Am 2. November beten wir für das Heil aller von uns gegangen Seelen. Die frühchristlichen Martyrer, die in den Kerkern Roms schmachteten bat man um ihr vollmächtiges Fürbittgebet in besonderen Anliegen. Nach der Hingabe ihres Lebens zeigte sich, dass diese ihre Fähigkeit, besondere Wunder von Gott zu erbitten und zu erhalten, nicht nachgelassen hat.

Auch in unseren Tagen gedenken wir nicht nur unserer von uns gegangenen Angehörigen sondern mit neuer Aufmerksamkeit und Hochachtung all jener, die irgendwo in der Welt trotz großer Bedrängnis Christus bis in den Tod treu bleiben. An der Stärke ihres Glaubens kann sich unser Glaube aufs Neue entzünden.

Vielleicht haben wir in den letzten Monaten sogar jemanden persönlich kennen gelernt aus den Ländern, der um ihres Glaubens verfolgten Christen - jemanden aus der Martyrerkirche. Wir erleben in unseren Tagen die stärkste Verfolgungswelle, die die Christenheit je gesehen hat. Etwa 80% der Menschen, die um ihres Glaubens willen weltweit verfolgt werden, sind heutzutage Christen. Alle fünf Minuten gibt ein Christ sein Leben hin in der Glaubensgewissheit, dass der auferstandene Herr mächtiger ist als alles Böse in der Welt. Ihr Schmerz und ihre Not und die der Hinterbliebenen finden derzeit in den modernen Medien leider nur  wenig Beachtung. Darum haben sich nun viele christliche Hilfsorganisationen und Kirchen zusammengeschlossen und rufen eine Woche nach Allerheiligen zum weltweiten Gebet für die verfolgten Brüder und Schwestern auf. Es ist Sonntag der 8. (in Deutschland der 15.) November, an dem wir weltweit verbunden um Gottes wunderbares Eingreifen und seinen Trost für alle so sehr bedrängten Christen beten. Und wiederum wird das erfahren werden, was uns schon die Martyrerkirche des Altertums überlieferte. Bereits jetzt erreichen uns Nachrichten, dass Bewahrungen, Fügungen, neue Bekehrungen, Wunder geschehen, die unsern Glauben und unsere Hingabe zutiefst aufrütteln. Gott tröstet seine verfolgten, leidenden Kinder aber er führt zugleich einzelne Verfolger zur Umkehr, so wie er es schon vor 2000 Jahren mit Saulus getan hat. Die Untergrund-Hauskirchenbewegung soll laut Auskunft von Missionsgesellschaften in einzelnen Ländern, wo es faktisch keine Religionsfreiheit gibt, eine beachtliche Wachstumsrate haben. (siehe www.livenet.de/themen/people/erlebt/muslime). Viele geben um ihrer Treue zu Christus ihr Leben hin und so wird es weiter noch geschehen. Wir dürfen auch unter diesem Blickwinkel dieses Jahr in der Liturgie die Präfation am Allerseelentag   beten: „Deinen Gläubigen o Herr wird das Leben nicht genommen sondern gewandelt.“ Und wir hören in den Lesungen den trostreichen, ja siegreichen Text aus dem Buch der Weisheit (3,1-5):
„Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, keine Qual kann sie erreichen. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll von Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig.“Euer P. Peter