Papst Franziskus
Papst Franziskus Die Schönheit des Wegs der Verlobung

In seiner Katechesenreihe über die Familie setzte sich Papst Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch nach Pfingsten vor rund 30.000 Pilgern und Besuchern mit dem Thema und der Bedeutung der Verlobung auseinander.

Der Papst betonte, dass die Verlobung eine wichtige Zeit sei, um die Berufung und Entscheidung zur Ehe zu prüfen. Die Verlobten müssten gemeinsam an ihrer Liebe "arbeiten", sich kennenlernen, von- und miteinander lernen. der lebenslange Liebesbund zwischen Mann und Frau "kann nicht einfach improvisiert werden". Er müsse gelernt und geformt werden. Es gebe keine "Express-Ehe"

Wer verlange, alles und sofort zu haben, gebe bei der ersten Schwierigkeit, die sich einstelle, oder bei der erst besten Gelegenheit auch alles und sofort auf.  

Man könne nich auf Vertrauen, Treue und Selbsthingabe hoffen, wenn man gewohnt sei, die Liebe als eine Art Zusatz zum körperlich-geistigen Wohl zu konsumieren. Die Kirche bewahre die Unterscheidung zwischen Verlobtsein und Verheiratetsein, dies im Hinblick auf die Ernsthaftigkeit des Prüfens. Die Gesellschaft heute schenke dagegen diesem wichtigen Abschnitt kaum Beachtung. Andererseits würden denen, die heiraten und eine Familie gründen wollten, unzählige Hindernisse in den Weg gelegt. 

Franziskus unterstrich die Wichtigkeit der Ehekurse für die Vorbereitung. Oft seien sie die einzige Gelegenheit, dass zukünftige Ehepaar tiefer gehend über ihre Erfahrung nachdächten: "Denn wie viele von ihnen, die manchmal sogar lange schon zusammenleben, kennen sich nicht wirklich". Gerade deshalb sollte die Verlobung als Zeit des gegenseitigen Kennenlernens und Gestaltens eines gemeinsamen Plans für das Leben neu aufgewertet werden. Wichtig sei auch das Zeugnis christlicher Eheleute. 

Die Ehevorbereitung müsse dann auf das Wesentliche abzielen: "das Lesen der Heiligen Schrift, das Gebet zuhause und beim Gottesdienst, die Beichte, die Kommunion, die Nächstenliebe und die Unterstützung der Armen". All das bereite darauf vor, die Trauung nicht weltlich, sondern christlich zu feiern.

Franziskus erinnerte an das Meisterwerk des italienischen Schriftstellters Alessandro Manzoni "Die Verlobten". Er meinte, dass das "Meisterwerk der Verlobung" nicht vernachlässigt werden dürfe, um zu lernen, die Schönheit, aber auch den Schmerz, das Leiden und die Treue der Verlobten zu kennen. 

www.kath.net (Armin Schwibach)