Das war der Einkehrtag am 7. März 2015
Einkehrtag Fastenzeit 2015Über die Wiedergeburt aus Wasser und Geist

Wie kommen wir in das Himmelreich? Das war die ursprüngliche Frage, die einst schon Nikodemus stellte (vergl. Joh 3). Er erhielt die Antwort, dass er aus Wasser und Geist wiedergeboren werden müsse. Was damit gemeint ist, demonstrierte P. Peter auf sehr anschauliche Weise. Der Pfarrsaal war gut gefüllt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten sehr aufmerksam seinen Ausführungen.

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Zunächst erläuterte P. Peter, dass der Mensch eine Körper-Geist-Seele-Einheit sei, um dessen Unversehrtheit Paulus im ersten Brief an die Thessalonicher (vgl. 1Thess 5,21) bittet.

Warum unser Geist heute nicht "intakt" ist, wird deutlich durch die Schöpfungsgeschichte, die er in Zusammenhang mit den heutigen weltlichen Geschehnissen bringt: Wir glauben, alles aus eigener Kraft schaffen zu können, lassen uns durch Versprechungen nach mehr Geld, Macht und Ansehen allzu leicht verführen und vernachlässigen die Werte Liebe, Glaube, Hingabe (z. B. in Form des Dienens), die allesamt der geistigen Dimension des Menschen entspringen.

P. Peters Vergleich mit dem Handy machte es noch deutlicher: Durch die Seele haben wir die Fähigkeit, überhaupt eine Beziehung zu Gott zu haben. Was hilft es aber, wenn die Hardware (das Handy bzw. der menschliche Körper) und die Software (die Simkarte mit allen Kontakten bzw. die Gefühlswelt, das Seelische) funktionieren, aber die Netzverbindung nicht gegeben ist? 

Einkehrtag 2015

 

Ein Mensch, der ohne geistigen Bezug zu Gott lebt, mag wohl ein guter Mensch sein, so P. Peter, brachte es aber mit der Aussage auf den Punkt: "Ohne Gott für Gott da sein zu wollen, geht einfach nicht." Wieder technisch gesprochen braucht es also die "Zurücksetzung auf Werkseinstellung", das "Löschen von Viren".

Zwischendurch bekamen wir passende Impulsfragen, um diesen Fragen ganz persönlich nachzugehen.

 

 

Zusammenfassend stand im Zentrum also die Frage, wie das Ego kontrolliert werden und der Mensch zu seinem wahren Selbst und damit zu Gott, der regiert, finden kann. Wenn Gott "regiert", diese geistige Beziehung besteht, findet der Mensch auch zu sich selbst, weil unser Schöpfer weiß, was uns gut tut und was wir brauchen.

Bei den Ausführungen zum Wachstum in der geistigen Beziehung zu Gott ließ sich P. Peter dann ganz von der Muttergottes leiten und sagte bereits Altbekanntes:

  • unseren Geist mit dem Wort Gottes ernähren
  • Gebet und gotterfüllte Liturgie und
  • die Dinge des Alltags aus der Perspektive Gottes sehen, damit man wie David, der mit Goliath kämpfte gelassener sein kann.

Einkehrtag Fastenzeit 2015

 

Die sehr gut strukturierte Zeit mit viel Abwechslung durch Gesang, Gebet und Anbetungsmöglichkeit, Vortrag und Impulsfragen ging viel zu schnell vorbei. In den Pausen wurden nicht nur die leckeren mitgebrachten Kuchen genossen, sondern eine Menge weiterer Fragen gestellt.

Vieles im Vortrag von P. Peter gab wichtige Anregungen, weiter nachzudenken. Danke für den gelungen und gnadenreichen Tag, die gute Vorbereitung und anschauliche Vermittlung mit vielen Beispielen. 

Danke auch an die Schwestern Beate und Helene für die Begleitung und Vorbereitung.