Aus dem Terminblatt - Februar 2018
Darstellung des Kreuzestodes Jesu„Durch Umkehr und Ruhe werdet ihr gerettet,
im Stillhalten und Vertrauen liegt eure Kraft“
(Jesaja 30,15; Einheitsübersetzung-2016)

Nach den Semesterferien und dem Faschingsende treten wir Mitte Februar mit dem Aschermittwoch in die „Fastenzeit“ oder „österliche Bußzeit“ ein. Sie ist für uns Christen die 40 Tage dauernde Vorbereitung auf Ostern, nach dem Vorbild des Fastens Jesu in der Wüste.

Fastenzeit – Wüstenzeit?

Wir überlegen uns für die Fastenzeit vielleicht einen guten Vorsatz. „Vorsätze sind psychisch heilsam, weil sie anerkennen, dass wir etwas besser machen sollten, als wir es in der Vergangenheit gemacht haben“ hat R. M. Bonelli (Psychiater u. Neurologe) kürzlich geschrieben (themakirche, 5. Jan. 2018).

Als äußeres Zeichen der Buße verzichten wir in der Fastenzeit etwa auf Dinge, die uns lieb sind, auf Schokolade oder Alkohol, Fernsehen oder Autofahren. Ein nicht unwesentlicher Schritt der Umkehr könnte auch unser persönliches Ausstrecken nach den Zeiten der Stille sein.

Ich wünsche Ihnen eine segensreiche Fastenzeit, eine Wüstenzeit, eine wirkliche „Zeit der Gnade“!

Sr. Anna

 

„Uns Heutigen fällt es nicht leicht, Unruhe und Getriebenheit hinter uns zu lassen, gesammelt und still einfach da zu sein. Und doch ist es wichtig, dass wir genau das lernen. … Immer will der Mensch etwas, und Wollen heißt unterwegs sein, zu einem Ziel hin … Der Mensch liebt es, sich selbst einen Tätigen, Kämpfenden, Schaffenden zu nennen; damit hat er aber nur zur Hälfte recht. Ebenso richtig und noch richtiger wäre es, wenn er sich einen Ruhelosen nennte, der nicht fähig ist, zu verweilen und sich zu vertiefen. Dieser Mensch soll beten – kann er es?
Nur dann, wenn er aus seiner Gehetztheit heraustritt und ruhig wird. Er muss … sich dem einen zuwenden, das jetzt allein wichtig ist. Er muss den Willen lösen und sich sagen: ‚Jetzt habe ich nichts anderes zu tun, als zu beten. Die nächsten zehn Minuten‘ – oder wieviel Zeit er sich gesetzt hat – ‚sind nur dafür bestimmt. Alles andere ist weg. Ich bin ganz frei und für dieses allein da‘. Und darin muss er ehrlich sein.
(Romano Guardini in „Vorschule des Betens“)