Pfarre Reindorf
Aus dem Pfarrblatt – im September 2015 PDF Drucken E-Mail
 Ohne Bibel keine Barmherzigkeit
Es ist ein Nichtchrist, der uns auf diesen Zusammenhang verweist. Es ist der Inder und Philosoph Vishal Mangalwadi, der ohne Umschweife die Bibel in unsere Mitte stellt und uns versichert: Er hat irgendwann begriffen, die Bibel ist das Herzstück der westlichen Kultur.

Vergleiche den Untertitel seines neuen Buches („Das Buch der Mitte“, siehe Buch-Tipp S. 3). Warum konnte Europa diese Pionierrolle im Voranschreiten der menschlichen Zivilisation einnehmen? Seine Antwort: Weil Europa in den Geschichten der Bibel die Fähigkeit und den Aufruf zur Unterscheidung der Geister zur Verfügung gestellt bekam. Weil die biblischen Propheten den Großen unseres Kontinents eine Anleitung zur Selbstkritik lieferten, die sie anhielt, mehr auf die Macht des Wortes zu vertrauen als auf die Macht des Schwertes. Denn nur das erweckte Gewissen bringt die Kultur voran! Die Bibel ist sogar der Grund für den westlichen Erfolg in der Forschung, sagt der indische Philosoph. Denn sie fordert nicht von uns, den Verstand zu entleeren und Träume und Tänze zu suchen, sondern letztlich sind forschende Naturwissenschaft und aller Erfindergeist angewandte Theologie. Die Bibel sagt nämlich: „Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.“ (Sprüche 25,2).


Wir wissen, dass die Mitte der Bibel eine Person ist, die sich als die Fülle des Lichtes und die Wahrheit selbst bezeichnet hat. Jesus repräsentiert den Vater und er sagt von sich selbst, dass er nicht gekommen ist zu kritisieren und zu verurteilen, sondern um aufzurichten, zu retten und einen Neuanfang zu schenken (vgl Joh. 3,17 und Offb. 21,5). Darum darf der verlorene und heimgekehrte Sohn in den Armen seines Vaters dieses Erlebnis eines Neubeginns haben. Außerdem hält Jesus alle „daheimgebliebenen Söhne“ zur Barmherzigkeit an. (Lk. 15,32). Erst recht aber die harten Gesetzeslehrer, die lernen müssen: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ (Joh. 8,12). - Nicht Opfer will Jesus, sondern Barmherzigkeit! (Mt. 9,13). Denn die Barmherzigkeit ist das Wesen unseres Gottes. Das ist die Kernaussage der Bibel. Und damit befinden wir uns am Lebensnerv der sich über die Jahrhunderte entfalteten Kultur des Westens. Aber ist sie es immer noch? Nicht nur jeder einzelne, der sich für die biblische Barmherzigkeit entscheidet, darf diesen Segen neu erfahren, sondern alle im gesellschaftlichen Miteinander, insofern sie sich auf diesen Konsens einigen werden. Mittels der Neuentdeckung der Bibel hält der indische Philosoph eine neue Erweckung in Europa für möglich. Als geistlichen Impuls zum beginnenden Jahr der Barmherzigkeit laden wir ab September alle zum monatlichen „Abend der Barmherzigkeit“ in die Reindorfkirche ein. Möge der Friede Gottes immer von hier ausströmen!


Dafür betet

Euer P. Peter