Pfarre Reindorf
Gastkommentar zum Jahr der Orden PDF Drucken E-Mail
Gastkommentar Jahr der OrdenDas "geweihte Leben" braucht Euer Gebet

Schon mehrmals waren im Pfarrblatt Gedanken zum "Jahr des geweihten Lebens". 

Die Pfarre Reindorf ist seit 1993 "Ordenspfarre" und ich denke, es ist in diesen Jahren eine innere Verbundenheit zur Ordensgemeinschaft der Kalasantiner entstanden, vielleicht auch mehr Verständnis für das Ordensleben. So hoffe ich, dass die Bitte um Euer Gebet auf offene Herzen triff.

Papst Franziskus hat für das Jahr "des geweihten Lebens" ein Apostolisches Schreiben verfasst. Als Ordensmann kennt er die Schönheit, aber auch die Nöte des gottgeweihten Lebens. Er erinnert daran, dass diese Lebensform im Mittelpunkt der Kirche steht. Es ist ein entscheidender Teil der kirchlichen Sendung, da es auf das letzte Ziel hinweist: die Vereinigung der gesamten Kirche als Braut mit ihrem einzigen Bräutigam, Christus. (siehe Lumen Gentium 44)

Die Ordensfamilien, die Männer und Frauen des geweihten Lebens, sind (gemeinsam mit den Priestern) das "Herz der Kirche". Von diesem Herzen soll ein Strom des Lebens und der Liebe in die Kirche und in die Welt fließen. Durch Gebete, Opfer und Hingabe in der Nachfolge Christi wirken die Gottgeweihten für dieses Ziel. Das Licht Christi soll durch sie für alle Menschen leuchten. So wird durch die Ordensgemeinschaften sichtbar, dass im Glauben an Jesus Christus und in der Kraft des Hl. Geistes ein Zusammenleben in Frieden und Liebe möglich ist; über alle Grenzen von Herkunft, Nationalität und Rasse hinweg. Gerade in den Ordensfamilien soll der Anbruch des Reiches Gottes sichtbar werden.

Ds ist eine große Berufung und wir wissen, dass die Wirklichkeit oft ganz anders aussieht. Die geweihten Personen stehen im geistlichen Kampf, sind ein Angriffsziel der Mächte des Bösen; dazu kommen die persönlichen Schwankungen, Fehler und Nöte. Als weitere Schwierigkeiten nennt Papst Franziskus: Enttäuschungen, Krankheiten, das altersbedingte Schwinden der Kräfte, fehlende Berufungen, finanzielle Schwierigkeiten. So ist anstatt Freude an der Nachfolge Christi oft Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Resignation in ganze Ordensgemeinschaften eingekehrt.

Der hl. Vater meint aber auch: "Das Jahr des geweihten Lebens betrifft nicht nur die geweihten Personen, sondern die Gesamtheit der Kirche. So wende ich mich an das gesamte Volk Gottes, dass es sich des Geschenkes immer bewusster werde, welches in der Gegenwart vieler Ordensfrauen und Ordensmänner besteht. Ohne dieses Zeichen bestünde die Gefahr, dass die Liebe, welche die Kirche beseelt, erkaltet..."

Darum diesmal der Aufruf an unsere Pfarrfamilie: Helft mit, dass durch Euer Gebet und Opfer das Herz der Kirche wieder zu brennen beginnt und dass Gott neue Berufungen schenkt.

Ist ein tägliches Vaterunser, Gegrüßet seist du Maria und Ehre sei dem Vater zu viel für dieses große Anliegen? Ich denke nicht. Nützt die ruhigere Zeit des Urlaubs und betet mit der ganzen Kirche. Gott möge Euch Eure Bereitschaft und Liebe vergelten.

Gastkommentar von P. Ludwig Deyer COp, Generalökonom der Kalasantinerkongregation