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-Maria- aus ~Cuenca in Ecuador, 8. Oktober 1988~ an Patricia Talbot

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 Reindorfer Geschichten, Teil 10

200 Jahre Christbaum in Reindorf:

Forschern zufolge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahre 1510 in Lettlands Hauptstadt Riga aufgestellt.

Es handelte sich demnach um eine Holzpyramide, die als Baum bezeichnet und mit getrockneten Blumen, Früchten, Gemüsen und Spielzeugen geschmückt wurde. Der Baum soll für einen Umzug benutzt und zum Jahresende verbrannt worden sein.

Anderen Quellen zufolge gab es schon 1441 in Tallinn (Litauen) einen Weihnachtsbaum.  In nördlichen Gegenden war es schon lange üblich, sich in der Winterzeit Tannenzweige in’s Haus zu hängen. Auch der Brauch, an besonderen Festtagen Bäume feierlich zu schmücken, man denke nur an den Maibaum, war weit verbreitet. So „streitet“ sich auch das deutsche Freiburg um die „Erfindung“ des Weihnachtsbaumes. 1419 soll dort schon ein mit Nüssen und Früchten geschmückter Baum gestanden sein. Gesichert scheint, dass es im ostfranzösischen Elsass schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts der Brauch war,  zu den Weihnachtsfeierlichkeiten im Wohnzimmer einen Baum aufzustellen und ihn mit Süßigkeiten, Nüssen und Äpfel zu schmücken. Ein urkundlicher Beleg aus dem Jahr 1539 zeigt einen Weihnachtsbaum aufgestellt im Straßburger Münster.

Die katholische Kirche war in diesen frühen „Anfangs-Jahren“ stets gegen Weihnachtsbäume, sie sah in den Weihnachtskrippen ein genügend aussagekräftiges Symbol für das Weihnachtsfest.  Außerdem plünderte das Volk immer öfter den Wald auf der Suche nach Christbäumen. - Das „neue“ stille Weihnachtsfest unter dem Christbaum wurde im Bereich der Habsburgermonarchie erst im Biedermeier zum Inbegriff für frommen Familiensinn und bürgerliche Häuslichkeit.

Im Jahre 1814, also vor 200 Jahren, ist in Berichten der Staatspolizei erstmals von einem Christbaumfest im Salon der jüdischen Bankiersfamilie Arnstein zu lesen, an dem die Anwesenden reichlich mit Geschenken bedacht wurden, was damals in Wien am Heiligen Abend unüblich war. Die Frau des Hauses, Fanny von Arnstein, stammte aus Berlin und brachte diesen Brauch aus ihrer Heimat mit. Hilde Spiel beschreibt in ihrem autobiographischen Roman „Fanny von Arnstein“ das Ereignis folgendermaßen:

„Bei Arnsteins war vorgestern nach Berliner Sitte ein sehr zahlreiches Weihnachtsbaum- oder Christbaumfest. Es waren dort Staatskanzler Hardenberg, die Staatsräte Jordan und Hoffmann, Fürst Radziwill, Herr Bartholdy, alle Anverwandten des Hauses. Alle gebetenen, eingeladenen Personen erhielten Geschenke oder Souvenirs vom Christbaum. Es wurden nach Berliner Sitte komische Lieder gesungen…Fürst Hardenberg amüsierte sich unendlich.“  
So stand also vor genau 200 Jahren, im Jahr 1814 der erste historisch bezeugte Weihnachtsbaum in Reindorf im heutigen Wien (damals noch NÖ).

Seinen rasanten Triumphzug in die Wohnzimmer des Bürgertums begann der Christbaum jedoch im Umfeld des Wiener Hofes.  Die aus einer helvetisch-protestantischen Familie stammende Gattin Erzherzog Karls, Henriette von Nassau-Weilburg, brachte diesen norddeutschen Brauch an den Wiener Hof. Zu Weihnachten des Jahres 1816 erstrahlte im Hause Habsburg erstmals ein Christbaum im Lichterglanz. An dieser Weihnachtsfeier nahm auch Kaiser Franz I. teil, der vom Zauber des Christbaumes derart beeindruckt war, dass er den Auftrag gab, in Zukunft auch in der Hofburg einen Christbaum aufzustellen. In der Folge wurde es auch in katholischen Haushalten üblich, das Weihnachtsfest unter dem Christbaum zu begehen: war es 1821 laut Berichten noch nahezu unmöglich in Wien einen Christbaum zu bekommen, so gab es ab 1829 bereits Christbaumverkäufer beim Schottentor, und 1851 soll der Platz Am Hof in der Vorweihnachtszeit bereits einem Wald geglichen haben.
Aufgrund  des runden Christbaumjubiläums werden im Advent 2014 von der IG-Kaufmannschaft 200 Bäume im Reindorfer Pfarrgebiet aufgestellt. JEDER kann selbst Pate eines Christbaums werden!  

Erwin Matl (Quellen: Wikipedia; Hilde Spiel; Martin Mutschlechner)