Pfarre Reindorf
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Sprüchesammlung

“Ich verspreche allen, die andächtig meinen Psalter beten, meinen besonderen Schutz und großen Hulderweis.”
-Maria- aus ~Die 15 Verheißungen der Rosenkranzkönigin, Paris, 1465~

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Pfarrgeschichten Teil 7Reindorfer Geschichten, Teil 7

Entwicklung der Pfarrgröße:

Um 1850 hatte sich das vormals ländliche Reindorf immer mehr zu einem Industrieviertel entwickelt. Von 1831 bis 1870, also in den 39 Jahren, stieg die Bevölkerung von 16.000 auf 62.000 an. Die Pfarre zählte 59.992 Katholiken und 3315 Andersgläubige. Selbst nunmehr sechs Geistliche (der Pfarrer bekam einen fünften Kaplan) waren für eine funktionierende Pfarrseelsorge einfach zu wenig. 1874 war der absolute Höhepunkt in der Bevölkerungsentwicklung (64.000). Am 17. Oktober 1875 wurde die lange ersehnte Kirche "Maria vom Siege" geweiht, 1876 die neue Pfarre Fünfhaus errichtet.

 

 

Am 27. September 1892 erfolgte die Grundsteinlegung der Pfarrkirche Rudolfsheim durch Kardinal A. Josef Gruscha unter der Teilnahme von Kaiser Franz Josef I. Die neue Pfarre wurde dann 1899 errichtet und somit veränderten sich wieder die Pfarrgrenzen. Im Jahr 1890 beschloss man die Eingemeindung der Vororte außerhalb des Linienwalls in das Stadtgebiet von Wien. 1919 wurden die Pfarrgrenzen von der Schmelzbrücke bis zur Schönbrunner Hofallee neu bestimmt. 1938 fasst man die Bezirke Rudolfsheim und Fünfhaus zum 15. Bezirk zusammen. 

1947 übersiedelte Kaplan Georg Springer in die Winkelmannstraße, um dort für die noch immer recht große Pfarre Reindorf eine Seelsorgestation aufzubauen. Dies war auch die Einlösung eines Gelöbnisses des damaligen Erzbischofs Kardinal Dr. Theodor Innitzers, nach Kriegsende eine neue Kirche zu erbauen. Es entstand die Herz Mariae-"Notkirche", errichtet unter großen Opfern und unter tätiger Mithilfe der Bevölkerung und des Kaplans (Ehrenname "Schuttkaplan"), 1949 eingeweiht und 1955 zur Pfarre erhoben.

Da ab den 1970er Jahren die Zahl der Katholiken wienweit kontinuierlich abgenommen hatte, gab es um die Jahrtausendwende erste diözesane Bemühungen, Pfarrgrenzen flexibler werden zu lassen. So gab es von September 2000 bis August 2008 den Pfarrverband Reindorf und Schönbrunn-Vorpark, der dann wieder aufgelöst worden ist.

Bis 2013 sank die Katholikenzahl in der Stadt Wien auf 37,1% (654.223). In Folge dieser massiven Veränderungen entstand in einem mehrjährigen Struktur- und Erneuerungsprozess ein Zukunftsmodell der Kirche für das Dekanat des 15. Bezirks, das künftighin aus wirtschaftlichen und seelsorglichen Gründen nur mehr aus zwei großen Pfarren bestehen soll. Eine Pfarre mit fünf Pfarrgemeinden wird oberhalb der Westbahn beheimatet sein (Pfarre "Hildegard Burjan"). Die Zusammenführung der unterhalb der Westbahn gelegenen Pfarren Reindorf und Fünfhaus (Maria vom Siege) zur Pfarre "Reindorf-Fünfhaus" soll in den kommenden Jahren abgeschlossen werden.

Die Pfarre Reindorf blickt frohen Mutes in die Zukunft. Zum einen verspricht eine im Sommer 2014 veröffentlichte Statistik gute Bedingungen: Der 15. Bezirk ist jener mit dem jüngsten Altersdurchschnitt von ganz Wien (38,6 Jahre). Zum anderen befinden sich unter den jugendlichen Zuwanderern sehr viele Menschen aus traditionell katholischen Ländern (Kroatien, Pole, Slowakei,..), die unserem Pfarrleben neue, lebendige Impulse verleihen. Die Gesamtbevölkerung in Rudolfsheim-Fünfhaus ist zwischen 2005 und 2013 um 4.060 Einwohner gewachsen (auf insgesamt 73.527), was auf relativ günstige Mietpreise aber auch auf eine verbesserte Lebensqualität unserer Gegend hinweist, die dieses Gütesiegel lange Zeit nicht getrage hat.

Erwin Matl (Quellen:„200 Jahre Reindorf“-Festbroschüre von Ing. Hans Schmidt; wikipedia)