Pfarre Reindorf
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Sprüchesammlung

“Der Rosenkranz ist ein wunderbares Gebet um mit Hilfe der Gottesmutter auf Christus zu schauen.”
-Bischof Reinhard Marx- In einer Ansprache im Wallfahrtsort Marpingen im Oktober 2006

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 Reindorfer Geschichten, Teil 6

Bekannte Persönlichkeiten im Reindorfer Pfarrgebiet:

Seit der Gründung der Pfarre Reindorf hatten auch zahlreiche, später bekannt und prominent gewordene Persönlichkeiten im Laufe ihres Lebens Kontakt zu unserer Pfarre, sind hier geboren, haben hier geheiratet oder hatten hier lange oder auch nur kurze Zeit ihren Wohnsitz.

Zahlreiche Künstler lebten zur Zeit der Monarchie im damals sehr großen Reindorfer Pfarrgebiet. Einerseits befand sich dieses schöne Dorf vorerst wahrlich auf dem Land und andererseits etablierten sich hier aufgrund der Schönbrunn-Nähe mehrere Vergnügungsstätten, bei denen es regelmäßige Konzerte und Feste gab.

Eine der berühmtesten Volkssänger und Coupletdichter seiner Zeit Edmund Guschlbauer (16.10.1839–6.2.1912) übersiedelte bald nach seiner Geburt ins Reindorfer Pfarrgebiet und besuchte hier auch die Pfarrschule. Als Volkssänger wurde er als Interpret von Wienerliedern bekannt, sein bekanntestes Lied „I bin a alter Drahrer“ wurde zu einer Art Hymne des wienerischen Leichtsinns. Sein Ehrengrab befindet sich am Zentralfriedhof.

Rudolf Prack (2.8.1905–2.12.1981) war einer der beliebtesten Schauspieler seiner Zeit und wurde in unserer Pfarre in der Hollergasse 47 geboren, getauft und verbrachte hier auch seine Kindheit. Er spielte Hauptrollen in mehr als 100 Filmen. Bekannt sind bis heute seine beiden „Mariandl“-Filme. Seine letzte Rolle spielte er im Ringstraßenpalais (TV-Serie). Sein Sohn Michael ist Redakteur eines Wochenblattes.


Paula Wessely (20.1.1907–11.5.2000) entstammte einer Sechshauser Fleischhauerfamilie und wurde im Hause Sechshauser Straße 13 geboren und in der Salvatorkapelle nach altkatholischem Ritus getauft. Sie war als Theater- und Filmschauspielerin der Liebling von vier Generationen und verheiratet mit Attila Hörbiger. Ihre Töchter Christiane Hörbiger, Elisabeth Orth (=Künstlername) und Maresa Hörbiger wurden auch Schauspielerinnen.

Alfons Petzold (24.9.1882–26.1.1923) wurde in der Robert Hammerling-Gasse geboren. Nach dem Tod der Mutter im Jahre 1902 machte er unter dem Einfluss der Lektüre Tolstojs eine Phase religiöser Begeisterung durch. Später schloss er sich der Sozialdemokratie an und wurde durch 41 Bände seines Werkes zum Arbeiterdichter Österreichs.

Die große Lyrikerin Christine Busta (23. 04.1915–3.12.1987) wurde in der Turnergasse 26 geboren. Trotz ihrer Armut in der Kindheit und ihres Existenzkampfes, nachdem sie früh Kriegswitwe geworden war, fand sie einen unerschütterlichen Glauben an Gott und die Liebe zu seiner Schöpfung. Ihre Dichtkunst spiegelt diese Lebenseinstellung wieder. Viele ihrer Themen und Bilder bezog sie aus dem Evangelium. Ihre Gedichtsammlungen „Die Sternenmühle“ und „Die Zauberin Frau Zappelzeh“ erreichten viele ­Kinderherzen.

Auch einer der wichtigsten Politiker in der Übergangszeit von der Monarchie zur Demokratie Ignaz Seipel (19.7.1876–2.8.1932) wurde in der Pfarrkirche Reindorf getauft. Sein Geburtshaus war in der Märzstraße 48. Seine Eltern haben am 22.11.1874 in Reindorf geheiratet. 1899 wurde er zum Priester geweiht und war danach Theologieprofessor in Salzburg und Wien. Noch von Kaiser Karl wurde er zum Minister für Arbeit und Soziales ernannt. Als solcher war er an der Textierung der Verzichtserklärung beteiligt, die der Kaiser am 11. November 1918 unterzeichnete. Seipel wurde Obmann der Christlich Sozialen Partei und war von 1922-1924 und von 1926-1929 Bundeskanzler, in einer Zeit, die vom aufkommenden Nationalsozialismus beherrscht worden ist und in der ein „Deutsches Reich“ auch für Österreich immer spruchreifer wurde. Seipel, war ein guter Priester, blieb aber aufgrund seiner Politik in dieser schweren Zeit immer umstritten, auch nach seinem frühen Tod, der eine Spätfolge des zunächst überstandenen Attentats von 1924 war. Seine erste Ruhestätte fand Seipel in der Christkönigskirche Neufünfhaus, die als Gedächtniskirche für ihn errichtet worden war, ab 1939 dann am Zentralfriedhof.

Auch der derzeitige Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal (*21.1.1960) ­wohnte 16 Jahre in der Reindorfgasse und kommt gerne zu den jährlichen Straßenfesten sowie auch zum Adventkonzert nach Reindorf zurück.

In der Reindorfgasse wohnte mehrere Jahre auch Willi Resetarits (*21.12.1948), der als Ostbahn Kurti Konzerte in der Reindorfgasse gab.

Der Pionier des Austropop Georg Danzer (7.10.1946–21.6.2007), der im Gymnasium Diefenbachgasse maturierte, erwähnt in seiner Autobiografie die vom Religionsprofessor Dr. Herbert Madinger initiierten monatlichen Herz-Jesu-Schulgottesdienste in der Pfarrkirche Reindorf.

Viele Prominente kamen aufgrund von unterschiedlichen Gruppen für kurze Zeit nach Reindorf, interessanter Weise auch mehrere (!) Schönheitsmissen. Genau so wichtig wie all diese Prominenten sind jene weit mehr als 100.000 in Reindorf getauften Christinnen und Christen, und alle, die hier seit 225 Jahren Gottesdienst gefeiert haben und so mit den vor Ort wirkenden Seelsorgern die Pfarre entscheidend geprägt haben, dem Dreifaltigen Gott zur Ehre.

Erwin Matl

(Quellen: „200 Jahre Reindorf“-Festbroschüre von Ing. Hans Schmidt; Martin Mutschlechner, www.habsburger.net/de)