Pfarre Reindorf
Besucher: 11435465

Sprüchesammlung

“Der Rosenkranz ist eine mächtige Waffe in den Händen des Christen.”
-Fra Mario Knezevic- aus ~Medjugorje, 26.9.2002~

Anmeldung






Passwort vergessen?
Reindorfer Geschichten, Teil 5 PDF Drucken E-Mail
 Reindorfer Geschichten, Teil 5

Die Kirchenmusik in der Pfarre Reindorf

Vor 225 Jahren wurde neben der Pfarre auch die Pfarrschule Reindorf gegründet. Der jeweilige Schullehrer (Schulleiter) war damals – der Gepflogenheit entsprechend – auch Chorleiter in der Pfarre (Regens chori). Der erste in der Chronik erwähnte bedeutende Regens chori dürfte der in Gumpendorf wohnhafte Lehrer Carl Raimund Kristinus gewesen sein.

Wie die restliche Kircheneinrichtung so stammte auch die erste Reindorfer Orgel aus einem von Joseph II. aufgelassenen Kloster. Diese Orgel kam vom Kloster der Franziskaner in Hainburg. 1835 wurde dann eine neue Orgel vom Wiener Orgelbaumeister Jakob Deutschmann errichtet.

Die dritte Orgel unserer Pfarrkirche wurde um das Jahr 1900 beim Orgelbauer Matthäus Mauracher jun. in Graz bestellt. Sie hat eine pneumatische Traktur. Das bedeutet, dass die Verbindung zwischen Tasten und Pfeifen durch Luftdruck ermöglicht wird, im Gegensatz zu den früheren mechanischen bzw. zur neueren elektrischen Orgel. Die Weihe der neuen Orgel fand vor 110 Jahren am Samstag vor dem Kirchweihfest, vermutlich am 15. Oktober 1904, durch Weihbischof Dr. Gottfried Marschall statt. Nach mehreren gründlichen Renovierungen (die letzte große vor 10 Jahren) erklingt die altehrwürdige Reindorfer Orgel noch immer festlich zu unzähligen Gottesdiensten in jedem Jahr.

Um 1920 wurde unter dem Chorleiter und Organisten Dr. Franz Ölsinger der Kirchenmusikverein gegründet. Dieser schaffte ein beachtliches Notenarchiv an, das zum Teil bis in die Gegenwart erhalten blieb. Bei Hochämtern führte er einen Großteil der Messen von Joseph Haydn und anderer Klassiker der Musik auf. Bedeutende Organisten in Reindorf waren der Kapellmeister der Deutschmeister Josef Hahn und der spätere Salzburger Domorganist Dr. Franz Zuckriegl. Vier Jahrzehnte war Prof. Josef Safar Organist in Reindorf und prägte nachhaltig die Kirchenmusikpflege der Reindorfer Nachkriegszeit. Besonders gerne führte er Messen der Vorklassik und der Komponisten um 1900 auf bis hin zu zeitgenössischer Musik. Auch die Mitwirkung von Bläserensembles bei Prozessionen und Festmessen war ihm ein besonderes Anliegen. Als Direktor des Konservatoriums hatte Josef Safar auch einen Schüler namens Gerhard Sappert, der im September 1995 sein Nachfolger an der Reindorfer Orgel wurde. Unter ihm wurde die letzte große Orgelrenovierung durchgeführt. Festlich gestaltete Messen mit unterschiedlichen Solisten sowie das Spielen bei Konzerten zu verschiedensten Anlässen sind wichtige Anliegen des engagierten Organisten.

Nach dem II. Vatikanischen Konzil hat sich auch in der Kirchenmusik vieles geändert. Rhythmische Messen und Singgruppen (Scholen) mit Gitarre und anderen rhythmischen Instrumenten haben auch in Reindorf Einzug gehalten. Vor allem der Beginn der Seelsorge durch die Kalasantiner und Schwestern der Jüngersuche im Herbst 1984 war ein entscheidender Impuls für kirchengesangliche Strukturen in Reindorf, die bis heute anhalten.

Zu den rhythmischen Familiengottesdiensten sowie zu Jugendmessen an den Sonn- und Feiertagen kommen viele Gläubige aus nah und fern. Die Gruppen von Sr. Edith, Ingrid Fleischhacker, Michi Körber, Rainer Steger, Bernadette Seigfried und Markus Grandegger begeistern durch ihre innere Freude beim Spielen der Instrumente und beim Singen.
Unvergesslich bleiben die zahlreichen Konzerte unserer Kirchenmusiker. CD-Aufnahmen wie des Vokalensembles Colores Volantes unter Br. Gerhard Karrer, des Reindorfer Mariazeller Vereins, des Jugendchors ChiL sowie von Ingrid Fleischhacker sind wertvolle Zeitdokumente. Besonders bedeutend ist seit vielen Jahren die Zusammenarbeit mit dem Kulturverein 15 und den Kaufleuten der Reindorfgasse, durch die es großartige Kirchenkonzerte gab wie mit den Don Kosaken, dem Schubertbund oder den Mozart-Sängerknaben.
Heute wirkt vor allem das Ensemble Reindorf mit Renate Weninger, das erst bei der heurigen Langen Nacht der Kirchen ein eindrucksvolles Lobpreis-Konzert gab.
Schließlich ist bei der Kirchenmusik auch das ganze Volk Gottes eingeladen durch kräftiges Mitsingen mitzuwirken. Das neue Gotteslob, das seit wenigen Tagen in Reindorf aufliegt, lädt uns alle ein, noch aktiver beim Beten und Singen mitzutun. „Wer singt, betet doppelt!“ meinte der Hl. Augustinus. Singen wir also alle zur höheren Ehre Gottes!

(Quellen: „200 Jahre Reindorf“-Festbroschüre von Ing. Hans Schmidt; Martin Mutschlechner, www.habsburger.net/de)