Pfarre Reindorf
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Sprüchesammlung

“Alles, worum man mich durch den heiligen Rosenkranz bittet, wird man erhalten.”
-Maria- aus ~Die 15 Verheißungen der Rosenkranzkönigin, Paris, 1465~

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 Reindorfer Geschichten, Teil 4

Marianisches in der Pfarre Reindorf

Durch viele Berichte der Pfarrchronik ist belegt, dass die Marienverehrung in Reindorf stets einen hohen Stellenwert hatte. – So wird immer wieder – bis zum heutigen Tag – von festlichen Maiandachten berichtet und marianische Jahre wurden besonders feierlich mit mehreren Wallfahrten abgehalten. Von den zahlreichen alten Vereinen (u.a. gab es lange Zeit einen Rosenkranzverein) konnte sich einzig der Mariazeller Verein bis zum heutigen Tag halten. 1929 berichtet unsere Pfarrchronik, dass 1234 Reindorfer und 2372 Reindorferinnen Mitglieder bei Pfarr-Vereinen waren.

Zum 50-Jahr-Gedächtnis der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis wurde1904 bei der Mariensäule am Hof eine große Immaculata-Huldigungsfeier abgehalten, an der fast alle katholischen Vereine (damals etwa 800 in Wien) und Verbindungen, Bürgervereinigungen und sonstige Institutionen teilnahmen. Der Reindorfer Pfarrer Roth schrieb 1904 über diese Immaculata-Feier: „Ein sich tief in die Herzen und Gewissen eingrabendes, herrliches Schauspiel für Himmel und Erde unter Teilnahme des Kaisers und Mitgliedern des Herrscherhauses. Die Mariensäule prangte im Festschmuck.“ Maria sollte weiterhin gemäß der überlieferten Verheißung an Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) allezeit durch ihre Fürbitte Österreich beschützen und erhalten, solange es in Frömmigkeit und Andacht zu ihr verharrt.
Auch an der Grenze des heutigen Reindorfer Pfarrgebiets steht eine neugotische Mariensäule. Den Entwurf zu dieser Säule am Henriettenplatz (ursprünglich Marienplatz) schuf der große Baumeister und Schöpfer des Wiener Rathauses Friedrich Schmidt. Errichtet wurde sie 1863 von den Gönnern Gebrüder Lang. – Diese Reindorfer Mariensäule war und ist immer wieder Zentrum religiöser Feiern, heutzutage gibt es dort u.a. die Palmsegnung am Beginn der Karwoche sowie eine Station beim jährlichen Pfarrkreuzweg.
Nach den Zeichnungen von Friedrich Schmidt wurde auch der alte Muttergottesaltar von einer Gaudenzdorfer Bildhauerwerkstätte hergestellt. Er befand sich bis zum Jahre 1929 an der Stelle des heutigen Mariazeller Altars und steht seit dieser Zeit im großen Oratorium. Beeindruckend auch die noch recht neue Ikone „Muttergottes Hodegetria“ (2006), die Wegweisende, in der Oberkirche. An den Mai-Dienstagen halten wir dort jedes Jahr Hl. Messe und Maiandacht. Auch im Oktober 2014 wird während der Jubiläumsausstellung die Oberkirche geöffnet sein.
Im Jahre 1929 wurde der heutige Mariazeller Altar zur 50 Jahr-Feier des Mariazeller Vereins errichtet, mit einer alten Muttergottesstatue aus Holz, die man von der Pfarre Schwechat erworben hatte. Diese Statue wurde in Mariazell geweiht und ziert seit der Altarweihe durch Kardinal Piffl den Mariazeller Altar von Reindorf. – Die frühere Reindorfer Mariazeller-Muttergottes-Statute (sie stand auf einem Seitenaltar) ist heute im Sekretariat der Pfarre.
Viele Gnaden wurden durch das Gebet an Maria den Reindorfern zuteil, welches sich auch durch viele Votivgaben und Geschenke für den Mariazelleraltar zeigte. (Zwei Schaukästen mit den Votivgaben wurden leider entwendet.) Im Gasthaus Quell wird die Pfarrkirche Reindorf in einem alten Bericht sogar als Wallfahrtskirche (Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit) bezeichnet.
In der Pfarrkirche hing jahrzehntelang vor dem wertvollen Maulbertsch-Hochaltarbild ein strahlenförmig verziertes Marienbild über dem Tabernakel, welches später wegen der Sichtbeeinträchtigung zum Hochaltarbild entfernt wurde.

Oft war es auch Zufall, wenn man Glaubensgegenstände wieder neu entdeckte. So auch 1984, als eine Prozessionsstange im Kirchendepot gefunden wurde und diese seit damals bei festlichen Gelegenheiten wieder verwendet wird. Die Darstellung zeigt die Krönung Mariens.

Heutzutage ist die Fatima-Muttergottes, auf Initiative von Dr. Herbert Madinger angeschafft, ein beliebter Ort der Kirche, der von vielen Menschen für ein Mariengebet aufgesucht wird. – Und wenn die Kirche tagsüber verschlossen ist, kommen immer wieder Menschen auf einen Sprung in den Vorraum der Kirche und sprechen ihr Gebet bei dem Bild der Schwarzen Madonna. – Erwähnt werden sollten auch die wunderschönen Altar-Ikonen, die je nach Aktualität des Kirchenjahres vor dem Volksaltar stehen, die Rosa Mystica-Statue in der Kapelle und die Medjugorje-Statue im Pfarrgarten.

All diese Bilder, Statuen und Denkmäler laden ein zum Meditieren, zum Rosenkranz-Beten, zum Beisammensein mit Maria – und das schon seit nahezu 225 Jahren. Darüber hinaus wollen auch heute zahlreiche Wallfahrten (Mariazell, Medjugorje, bekannte und unbekannte Wallfahrtsorte in Österreich und im Ausland, …) Pfarrangehörige und Pfarrfreunde mit Maria zu Jesus führen. 
 

(Quellen: „200 Jahre Reindorf“-Festbroschüre von Ing. Hans Schmidt; Martin Mutschlechner, www.habsburger.net/de)