Pfarre Reindorf
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Sprüchesammlung

“Der Rosenkranz ist ein mächtiger Schild gegen den bösen Feind- er vernichtet das Laster, verhindert die Sünde und rottet die Irrlehre aus.”
-Maria- aus ~Die 15 Verheißungen der Rosenkranzkönigin, Paris, 1465~

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Reindorfer Geschichten, Teil 3 PDF Drucken E-Mail
Joseph IIReindorfer Geschichten, Teil 3

Reindorfs Bezug zu den Orden

Am Beginn der Regierungszeit von Kaiser Josephs II. (1765 - bis 1790) gab es auf dem Gebiet des Kaiserreichs Österreich insgesamt 2.163 Klöster mit etwa 45.000 Mönchen und Nonnen. Im Sinne der Aufklärung wurde nun die Frage des Nutzens für die Allgemeinheit gestellt. Nur Klöster, die in der Krankenpflege, im Unterricht oder in der Pfarrseelsorge tätig waren, sollten bestehen bleiben. Für Joseph II., dem Sohn Maria Theresias, ging es darum, ob Klöster für den Staat einen Vorteil brachten.

 

Ordensgeistliche sollten sich künftig in „nützlichere und Gott wohlgefälligere Bürger des Staates“ verwandeln, in „nützliche“ Pfarrer, die durch ihre staatliche Ausbildung auch als „Beamte im schwarzen Rock“ bezeichnet wurden. 1782 begann Joseph mit der Aufhebung von Klöstern beschaulicher Orden, die sich dem rein kontemplativen Leben widmeten und „weder Schule halten, Kranke betreuen, predigen oder den Beichtstuhl versehen, in den Schulen sich hervortun“. Zwischen 700 und 800 Klöster wurden aufgelassen, die Klostergebäude entweder abgerissen oder in Spitäler, Armenhäuser, Kasernen und Fabriken umgewandelt. Josephs Pläne sah noch eine weitere Aufhebungswelle vor (1791), von der etwa weitere 450 Klöster betroffen sein sollten – diese kam allerdings durch den Tod des Kaisers nicht mehr zustande.

Im Gegenzug gründete Joseph aus den Gütern und Besitzungen der aufgehobenen Klöster 1782 den „Religionsfonds“, der die Gehälter für Pfarrer und Kapläne der neu gegründeten Pfarren finanzierte. Im Rahmen der Neuorganisation des Pfarrwesens entstanden über 3.000 neue Pfarren. In der Stadt kamen auf 1.000 Seelen je zwei Geistliche, in den Vorstädten auf 700 Seelen ein Priester. Auch auf dem Land sollte ein flächendeckendes Netzwerk von Pfarren entstehen: niemand sollte länger als eine Stunde Fußweg zu seiner Pfarrkirche benötigen. Diese Gesetzgebung von Joseph II., die für hunderte Klöster zur Stilllegung führte, war im Gegensatz dazu die Geburtsstunde für die Pfarre Reindorf. Und der Kaiser selbst bestimmte Platz sowie Größe der Reindorfkirche und stellte auch die notwendige Finanzierung zur Fertigstellung sicher. Gleichzeitig stammen auch zahlreiche Inneneinrichtungen aus aufgelassenen Klosterkirchen von Wien und Niederösterreich (Hochaltar und Seitenaltäre, Orgel, Kirchenstühle).

Einige der nun „klosterlos“ gewordenen ehemaligen Ordensgeistlichen waren die ersten Seelsorger in unserer Pfarre, die somit in den ersten Jahren ihrer Gründung auch das Pfarrleben prägten. Erster Reindorfer Pfarrer (1789–1794) war Urban Franz Mayer, ein ehemaliger Trinitarier (Orden der Heiligen Dreifaltigkeit), die erste Taufe (8. November 1789) hielt der Franziskaner Ambrosius Voith, das erste Begräbnis (12. November 1789) der Kapuziner Lechner Deusdedit. Nach weiteren zwei Pfarrern, die aus Orden hervorgingen, wurde 1800 der erste Weltpriester Reindorfer Pfarrer (Johann Dobler). Und so blieb es dann bis 1992, als P. Andreas Schöffberger COp erster Kalasantiner-Pfarrer in Reindorf wurde. Schon 1984 nahm er gemeinsam mit P. Christian Oppitz COp unter Mithilfe von Mitbrüdern sowie Schwestern der Jüngersuche die Seelsorgearbeit in Reindorf auf, um vor allem die Kinder- und Jugendarbeit neu zu beleben. Auch in den langen Jahren, in denen Weltpriester als Pfarrer wirkten, gab es vereinzelt Kapläne aus Ordensgemeinschaften sowie Seelsorgeschwestern, in der Pfarre Reindorf. Einigen bekannt ist noch Sr. Maria Dolorosa, die 1979 als letzte ihrer Kongregation der Opferschwestern von Jesus verstarb. (Quellen: „200 Jahre Reindorf“-Festbroschüre von Ing. Hans Schmidt; Martin Mutschlechner, www.habsburger.net/de)