Pfarre Reindorf
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“Sie sind glücklich, wenn sie die Schwestern mit dem Rosenkranz in der Hand sehen, wenn sie immer in Eile sind, um die Frohbotschaft weiterzutragen. In dem Sinne sind wir das Licht der Güte Gottes für die Armen.”
-Mutter Teresa-

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Active ImageReindorfer Geschichten, Teil 1:

Die Bestimmung des Baugrundes für die Reindorfkirche

Seit Mitte des 14. Jahrhunderts ist das Gebiet rund um die heutige Reindorfkirche urkundlich belegt als „in der Reyn / Rhein“ (Senke, Mulde), später als „Reintal“. Ab dem Jahre 1411 hieß es „Reindorff“. Im Jahre 2011 fand daher das große „600 Jahre Reindorf“-Fest in der Reindorfgasse statt.

Der auf diesen Gründen betriebene Weinbau wurde vom Stift Klosterneuburg verwaltet. Die wenigen Häuser der kleinen Orte Reindorf und Meinhartsdorf wurden jedoch durch Überschwemmungen des Wienflusses und durch die zwei Türkenbelagerungen wieder zerstört.
Nach dem Umbau des Schlosses Schönbrunn zum kaiserlichen Sommersitz unter Maria Theresia nahm das umliegende, damals wieder unbebaute Land einen neuen, diesmal sehr großen Aufschwung. Reindorf wurde dichter besiedelt und eine Reihe von Fabriken entstanden hier. Eine davon war die größte Lederfabrik der Monarchie, Firma K. Pfeifer und Sohn, in der an die 300 Menschen Beschäftigung fanden.
In den Jahren 1781 und 1783 am Höhepunkt der Klosterschließungen und Neuordnung auf kirchlichem Gebiet durch Kaiser Joseph II. wandten sich die Gemeinden Braunhirschen, Reindorf, Fünfhaus, Sechshaus und Rustendorf an die Regierung mit der Bitte um Errichtung einer eigenen Pfarrkirche und Schule für die nunmehr 3428 Einwohner mit 284 Schulkindern in bereits 210 Häusern.
Der westliche Teil dieser Gemeinden gehörte seelsorglich zur Pfarre Penzing, der östliche Teil zu Gumpendorf. Zu beiden Pfarrkirchen war es ein weiter, teilweise beschwerlicher Weg. So mussten Kirchenbesucher oder Priester, die auf Versehgängen waren, weite Wege verrichten. Um den Kirchweg abzukürzen, haben so manche Kirchgänger, auch ganze Hochzeitszüge und Taufgesellschaften die Mauer am Linienwall (heutiger Gürtel) mittels Leitern überstiegen, was einen komischen Anblick gewährt haben soll.
Da man sich über den Bauplatz einer neuen Kirche nicht einigen konnte, wurde aufgrund einer kaiserlichen Verordnung von 1784 eine Kommission eingesetzt, die den Platz für Kirche, Pfarrhof und Schule bestimmte. Er lag in der Mitte zwischen Mariahilf, Penzing, Hietzing und Gumpendorf. So erhielt Reindorf, damals von der Wiener Stadt weit entfernt, den Status einer eigenen Pfarre. Der Platz soll von Kaiser Josef II. selbst, in fast prophetischer Sicht, als letzte seiner Pfarrgründungen sorgfältig ausgewählt worden sein.
Im Jahre 1784 wurde der erste Plan zu einer kleineren Kirche eingereicht. Die Eintragung im Gedenkbuch weiß zu berichten, dass der Kaiser selbst diesen verworfen und bemerkt hätte: „In dieser Gegend werden sich noch einmal viele Menschen ansiedeln!“
Im Jänner 1785 wurde ein weiterer Plan eingereicht. Und mit Bescheid vom 21. Juli 1786 wurde schließlich ein größerer Bau genehmigt.
Im Frühjahr 1787 begann man endlich mit dem Bau. Baumeister war Herr Adelpodinger. Die Baukosten für Kirche, Pfarrhof (ebenerdig) und Schule betrugen 40 000 Gulden. Die Bauaufsicht wurden dem Priester und späteren ersten Pfarrer Josef Urban Mayer sowie dem Verwalter der Herrschaft Gumpendorf übertragen. Den Grundstein zur Kirche legte Abbé Wengler, der spätere Bischof von Raab.
Während des Baus erkannte man, dass die Kirche für die erwartete kommende Bevölkerungsentwicklung zu klein sein würde, sodass sie um die Länge des Presbyteriums erweitert wurde.
In den kommenden Monaten geriet der Bau aus Geldmangel jedoch ins Stocken, sodass sich die Gemeinden um finanzielle Unterstützung direkt an den Kaiser wandten. Dieses wurde ihnen auch bewilligt, der Bau konnte fortgesetzt werden. Der Kaiser soll sich nun persönlich einige Male über den Baufortschritt überzeugt haben.
So kann man davon ausgehen, dass im Februar 1789, vor genau 225 Jahren, noch viel Arbeit auf die Bauarbeiter wartete, um die Reindorfkirche bis zum Herbst fertig zu stellen.
(Quellen: „200 Jahre“-Festbroschüre von Ing. Hans Schmidt, Festschrift „600 Jahre Ort Reindorf“der Kaufleute Reindorfgasse)