Pfarre Reindorf
Dr. Herbert Madinger (1922 - 2010) PDF Drucken E-Mail

Dr_Madinger_Kreuz.jpgAm 5. August 2010 kurz nach Mittenacht verstarb Hw. Dr. Herbert Madinger, der Gründer und langjährige Leiter der Katholischen Glaubensinformation der Erzdiözese Wien (KGI).

Sein segensreiches Wirken hat hier in Reindorf begonnen und trägt bis heute vielfache Frucht. Auch viele Gläubige der Pfarre Reindorf sind ihm – der auch Kaplan in der Pfarre und Religionsprofessor war – zutiefst dankbar.

Österreichweit bekannt ist Madinger durch seine Glaubensbriefe und bunten Spruchplakate, durch die er vielen Menschen Antwort auf ihre Fragen nach Gott gab. Diese "Briefe der Katholischen Glaubensinformation der Erzdiözese Wien" wurden seit 1965 - auf Bitten des damaligen Seelsorgeamtsleiters Pater Josef Zeininger OSFS -  ausgesandt.

Durch Hausbesuche bei den Lesern der Glaubensbriefe entstanden die Gruppen der Katholischen Glaubensinformation (KGI). Mit bunten Spruchplakaten ermutigte und stärkte Herbert Madinger viele Menschen in ganz Österreich. Und mit den geknüpften Rosenkränzen und durch die Wander-Muttergottes wollte er mithelfen, dass die Menschen wieder beten lernen. Entstanden sind außerdem rund 60 verschiedene Glaubensbüchlein, die eine Hilfe darstellen, das Wort Gottes besser zu verstehen und zu Jüngern Christi heranzuwachsen.

Als Priester war Herbert Madinger ein Spätberufener: Er wurde am 22. Mai 1922 in Wien geboren, das Studium für Technische Physik schloss er nach dem Krieg als Diplomingenieur mit Auszeichnung ab. 1945 erlebte er in einem Lazarett eine Messfeier mit einem ungarischen Priester, und dabei - obwohl er kein Wort verstand - eine intensive Gottesbegegnung. Durch den Theologen und Gründer des österreichischen Zweiges der Legio Mariens, Friedrich Wessely, lernte er die Spiritualität der "Vollkommene Hingabe an Jesus durch Maria" in der Tradition des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort kennen und erfuhr seine Berufung zum Priester. Am 29. Juni 1953 empfing Madinger das Sakrament der Priesterweihe.

"Die Liebe zur Muttergottes und die Liebe zum eucharistischen Herrn prägten sein Leben und Wirken als Priester bis ins hohe Alter. Er blieb zeit seines Lebens ein großer Beter. Gebet und Apostolat waren die beiden Schwerpunkte seines priesterlichen Lebens und Wirkens", so war es in der Parte zu lesen.

Als Kaplan baute Herbert Madinger Gruppen der Legion Mariens auf - im Helenentalkircherl in Baden, in Wien/Rudolfsheim und in Reindorf, wo er bis 2006 blieb. Als Religionsprofessor unterrichtete er auch 15 Jahre im 15. Bezirk in Wien am Gymnasium in der Diefenbachgasse. Damals begann er für die fragenden Schüler und die suchenden Menschen mit dem Schreiben der Glaubensbriefe. Als Spätberufener, der erst als Erwachsener zum tiefen Glauben gefunden hatte, wollte er denen helfen, die ähnliche Fragen hatten.

1979 ist durch die Zusammenarbeit der Kalasantiner mit der Katholischen Glaubensinformation Wien die Gemeinschaft der Schwestern der Jüngersuche entstanden, die ihre Niederlassung seit 1990 in Schwarzau in Niederösterreich hat. Madinger selbst lebte seit 2006 bis zu seinem Tod im Marienheim in Gablitz.

Diese Informationen stammen aus einem ausführlichen Nachruf der Erzdiözese Wien anlässlich seines Ablebens im August 2010.