Pfarre Reindorf
Die Fastengebote der Kirche PDF Drucken E-Mail
  
  
Die Fastengebote der Kirche:

Die Kirche schreibt den Gläubigen nicht mehr so detailliert wie früher vor, auf welche Weise sie fasten oder büßen sollen. Dafür heißt es allgemein, dass sich die Gläubigen in den Tagen der Fastenzeit  in besonderer Weise dem Gebet widmen, Werke der Frömmigkeit und der Caritas (Nächstenliebe) verrichten und sich selbst verleugnen, indem sie die ihnen eigenen Pflichten getreuer erfüllen und auf eine nicht näher festgelegte Form fasten sollen.

Das Fastengebot  verpflichtet alle Erwachsenen bis zum vollendeten 59. Lebensjahr. Kinder und Jugendliche sollen nach dem Willen der Kirche langsam an das Verständnis der Buße herangeführt werden.

Als strenge Abstinenztage  (Enthaltung von Fleischspeisen) sind heute unbedingt einzuhalten: der Aschermittwoch und der Karfreitag. Zur Abstinenz sind alle Gläubigen ab 14 Jahre verpflichtet.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat dazu ergänzend festgelegt: „Der katholische Christ beschränkt sich am Aschermittwoch und am Karfreitag auf eine einmalige Stärkung sowie eine kleine Stärkung zu den beiden anderen Tischzeiten (Fasten) und verzichtet auf Fleischspeisen (Abstinenz) … Entschuldigt ist, wer durch Krankheit, auf Reisen, am fremden Tisch oder durch schwere körperliche Arbeit am Fasten oder an der Abstinenz gehindert ist.“
Als regelmäßige Freitagsopfer werden vorgeschlagen: Verzicht auf Fleischspeisen, spürbare Einschränkung im Konsum, Hilfeleistung für den Nächsten.

Insgesamt verpflichtet die Kirche die Gläubigen heute weniger streng zum Fasten und zur Abstinenz als früher. Der Aufruf zur Buße muss jedoch von jedem Gläubigen gehört werden: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15). Die Haltung der Buße, so schreibt Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa, „soll das gesamte Leben des Christen prägen. Sie verdeutlicht, dass wir stets aufs Neue der Gnade Gottes bedürfen, um in Frieden mit Gott, mit den Mitmenschen und mit uns selbst leben zu können.“

Der Theologe Ulrich Lüke bezeichnet die Fastenzeit in seinem Buch „Einladung ins Christentum“ als „eine Art Trainingslager der Menschlichkeit“. Dazu gehören für ihn drei Trainingseinheiten: Authentizität (Sei du selbst, denn so sieht dich Gott), Solidarität (Spare Zeit, Geld und Zuwendung und investiere sie für andere) sowie Spiritualität (Finde Trost, Ermutigung und Hoffnung bei Gott und definiere dein Ziel neu). Das Bild ist sehr treffend: Denn eine Trainingszeit ist manchmal mühsam, hart und unangenehm, wird aber dadurch belohnt, dass der Trainierende einen höheren Grad körperlicher, geistiger oder spiritueller Fitness erreicht.    
                                                                                                 Quelle: Dr. Peter C. Düren, www.bistum-augsburg.de